Einsame Kindheit und Zwangsehe 1793-1809
Die Gräfin Edmond de Talleyrand–Périgord am
Hof von Napoléon 1809-1814
Der Wiener Kongress 1814-1815
Die schwierigen Jahre der Restauration 1816-1830
Die Botschaft in London 1830-1834
Talleyrands letzte Jahre und seine Aussöhnung mit
der Kirche 1834-1838
Dorothée zwischen Paris und Berlin 1838-1844
Souveränin von Sagan 1845-1862
Die letzten einsamen Jahre 1858-1862
Schluß
Bibliographie
Aussagen von Zeugen der Zeit über die Herzogin von Dino-Sagan
1814: Beim Wiener Kongress: Europa rechnete mit dem besiegten Napoléon ab. Talleyrand führte die Verhandlungen für Frankreich und hatte an seiner Seite eine junge Frau, Dorothée, seine Nichte, 21 Jahre alt, Gräfin Edmond de Talleyrand - Périgord, die durch ihre Mutter und ihre Schwestern mit allen europäischen Höfen verbunden war. Der Kongress tanzte, feierte, vieles wurde in den Alkoven und in den Salons besprochen und geregelt. Welches war das Schicksal dieser Dorothée, die ihr Leben zwischen ihren zwei Heimaten, Frankreich und Preussen teilte, bei jedem Lebensabschnitt den Namen wechselte? Herzogin von Dino in Rochecotte in der Touraine und Herzogin von Sagan in Schlesien?
Warum hat mich dieses Schicksal einer Frau des 19.Jahrhunderts
so fasziniert, die eigentlich nichts besonderes gemacht hatte? Sie lebte,
wie viele von uns, zwischen zwei Kulturen und hatte es gar nicht gewollt,
oft fühlte sie, was fremd sein bedeutet.
Ohne Talleyrand wäre sie gar nicht bekannt geworden.
Charles-Maurice de Talleyrand–Périgord, Priester ohne
Berufung, Bischhof von Autun, Prinz von Bénévent, Aussenminister
von Napoléon, dann von Louis-Philippe, mit Catherine Wöhrlé,
geschiedene Grant, verheiratet, Vater mehrerer unehelicher Kinder, Liebhaber
unzähliger Frauen und sehr an Geld interessiert.
Wenn Sie mehr über ihn erfahren wollen, dann können
sie das Buch von Jean Orieux: „Talleyrand“ (1970), oder das von Duff Cooper
lesen, die überall erhältlich sind.
Sehr ehrgeizig inbezug auf seine Familie, dachte er daran,
seinen Neffen Louis zu verheiraten, damit er ihm sein Vermögen vermachte.
Leider starb dieser in Berlin, er hatte aber einen Bruder, Edmond, für
den er eine reiche Erbin suchte. Als er in Warschau war, hatte er Batowski
kennengelernt, den vermutlichen Vater von Dorothée, und er wußte,
wie reich sie war. Ohne Talleyrand hätte sie nie in Frankreich gelebt,
unter den Erbfeinden des damaligen Preussen, wo sie groß geworden war.
Einmal habe ich in Bielefeld den Besuch eines Polen
bekommen, der den Erben von Talleyrand in Frankreich suchte, um mit ihm in
Kontakt zu kommen. Er war aus Sagan (polnisch Žagan) im früheren Schlesien
und hatte Wichtiges mitzuteilen. Ich hatte keine Ahnung, was Sagan mit Talleyrand
verbindet, ich habe recherchiert und bin fündig geworden.
Das Archiv des Schlosses ist leider im Krieg verschwunden, besonders die
vielen Briefe von Dorothée. Die deutschen Biographen, Elisabeth Feckes
im Jahre 1917 un Maria von Bunsen im Jahre 1935 hatten das Glück, das
Schloß zu besichtigen , wie es früher war und das Archiv zu sehen.
1945 fanden in Sagan heftige Kämpfe statt, die Russen plünderten
das Schloß und die Häuser der Stadt, das Schloß diente als
Abstellager.
Die französische Historikerin Francoise de Bernardy
erzählte in ihrem Buch von einem französischen Offizier und
einem amerikanischen Offizier, die 1945 Kisten voller Archive mitnahmen. Der
französische Botschafter in Warschau konnte einen Teil der Bibliothek
als französisches Gut retten und nach Warschau mitnehmen, wo es sich
immer noch befindet. Ein anderer Teil befindet sich in Polen. Aber ein wichtiger
Teil der Korrespondenz von Dorothée ist zwischen Ende 1944 und Anfang
1945 verschwunden.
Geboren wurde sie am 24. August 1793 in Friedrichsfelde, einem Barockschloß bei Berlin (jetzt Tierpark von Berlin–Ost), das ihr Vater, Peter von Kurland 1785 gekauft hatte. Ihre Mutter, die Herzogin Anna-Dorothea-Charlotte von Medem war dreißig und Mutter von drei Töchtern, Wilhelmine (1781-1839), Pauline (1782 –1839), Johanna (1783-1876). Aber man kann vermuten, daß Dorothée die Tochter des Geliebten der Mutter, Alexandre Batowski war, (man nannte sie „Fräulein Batowski“ ), weil die Eltern schon getrennt lebten, sie in Löbichau mit Batowski, er in Sagan mit den Töchtern. Anna–Dorothea war nämlich 18 und der Herzog 55, als sie heirateten, er war schwierig und tyrannisch. Er hatte einen Teil seines Lebens in Sibirien im Exil verbracht, weil die Regentin Anna die ganze Familie Biron verbannt hatte.
Kurland, für einige von ihnen ist das vielleicht
(k)ein Begriff?: es liegt jetzt in Lettland.
Der Herzog Peter musste sein Herzogtum 1796 an Russland verkaufen, weil Katharina
II sehr an dieser Provinz interessiert war, wegen der Ostsee. Er war sehr
reich, und seine Frau sollte eine Rente von Russland bekommen. Vorsorglich
hatte er einige Schlösser in Preussen gekauft und lebte in Sagan, in
einem Schloss, das schon Wallenstein gehört hatte. Le chateau de Sagan. Er starb 1800.
Dorothée war also 7 Jahre alt, als er starb und wurde eine junge,
reiche Erbin, die schon über ihren eigenen Haushalt verfügte.
Sie erzählt:
« Petite, fort jeune, excessivement maigre, depuis ma naissance
toujours malade, j'avais des yeux sombres et si grands qu'ils étaient
hors de proportion avec mon visage réduit a rien. J'aurais décidément
été fort laide si je n'avais eu, à ce que l'on disait,
beaucoup de physionomie; le mouvement perpétuel dans lequel j'étais
faisait oublier mon teint blême, pour faire croire à un fond
de force que l'on n'avait pas tort de me supposer. J'étais d'une humeur
maussade et à ma pétulance près, je n'avais rien de
ce qui appartient à l'enfance… Je ne crois pas qu'il fut possible
de trouver un plus désagréable et plus malheureux enfant que
je ne l‘ étais à 7 ans » ( Dorothée de Dino,
Souvenirs, Paris 1908)
Die Mutter und die Tochter kamen nach Berlin,
wo Dorothée das Kurlandpalais geerbt hatte. Sie verfügte
über ihre Wagen und Pferde, der Haushalt wurde von ihrem Vermögen
bestritten; so war sie von ihrer Mutter unabhängig.
Der emigrierte Baron Vitrolles, der in Altenburg wohnte und die Herzogin Mutter
oft in Löbichau besuchte, beschreibt das Mädchen so:
« Enfant précoce d’esprit et d’imagination, vive et animée,
ses cheveux étaient très noirs et sa physionomie brune et pleine
d’expression, en un mot, ce n’était pas une enfant comme les autres.
» Sie war kein gewöhnliches Mädchen.
Ihre Mutter kümmerte sich nicht sehr viel um sie, sondern überließ
ihre Erziehung zuerst einer englischen Gouvernante, dann, als Armfeld, ein
Schwede, Nachfolger von Batowski, der zu dieser Zeit der Geliebte der
Herzogin von Kurland war, feststellte, daß sie nicht lesen konnte, holte
sie Fräulein Hoffmann und einen italienischen Präzeptor,
Piattoli, der ihr das Lesen, die Ordnung und moralische und gesellschaftliche
Prinzipien beibrachte. Sie ezählt: « J'étais donc
heureuse! Oui, sans doute, mais je ne l'étais pas des joies de l'enfance,
et voila ce qui plus tard a rempli ma vie de mécomptes. Car c'est
avec des goûts appartenant à un autre âge que le
mien, avec un orgueil excessif, une indépendance constante, des liens
de parente affaiblis, des idées religieuses sans force, c'est en évitant
le mal, par fierté, craignant le blâme, mais ne le redoutant
que par hauteur, que je marchais, imprévoyante et présomptueuse,
vers des écueils couverts de fleurs. ». Dorothée
de Dino ( Souvenirs, Paris 1908)
Piattoli kümmerte sich um ihre Zukunft und schmiedete
schon Heiratspläne für sie mit seinem ehemaligen Schüler Adam
Czartoryski. Sie lernte Französisch und
Englisch. Sie war oft allein, ihre Spielfreunde waren die Kinder der Prinzessin
Louise von Preussen–Radziwill, die ihre Patin war, und die Kinder der Königin
Luise, der Kronprinz, der zukünftige Friedrich-Wilhelm IV. Ihre Mutter,
Anna-Dorothea, hielt in Berlin einen Salon, wo sich alle möglichen Leute
trafen, denn sie war eine der ersten Frauen in Berlin. Und eine Verehrerin
von Napoléon, sie hatte gesagt: „Diesen Mann könnte ich heiraten“,
was ihr später einen schlechten Ruf einbrachte.
Der Baron Armfeld kümmerte sich auch darum, die drei Töchter
zu verheiraten, die Herzogin spielte eine nebensächliche Rolle,
sie war „leichtfertig und nicht sehr tiefblickend“, so beschreibt sie Emilie
von Binzer.drei Sommer in Löbichau
Die drei Ehen wurden zur Katastrophe.
Du armes reiches Mädchen im Kriegsdesaster!
September 1806 : der Krieg brach aus. Der
König von Preussen drang in Sachsen ein, das mit Napoléon alliiert
war. Napoléon reagierte schnell, im Oktoberwar die Grande Armée
in Franken und schlug die Preussen bei Jena und Auerstädt. Napoléon
kam nach Berlin. Die Königin Luise floh mit ihren Kindern nach Osten,
Dorothée und Fräulein Hoffmann auch, sie kamen in Mittau
an. Da traf sie den zukünftigen König Louis XVIII, Bruder von Louis
XVI, den Grafen von Provence, der dort als Emigrant wohnte. Sie fand diesen
Ort gräßlich: kalt, unbequem, außerdem war sie von ihrer
Mutter abhängig, da ihr Palais von den Franzosen besetzt war.
Im September 1807 fuhr sie nach Berlin zurück. Auf dem Weg sah sie die
schrecklichen Bilder des Krieges, Verwundete und Zerstörung überall,
was ihr Hass gegen die Franzosen verstärkte.
Das Kurlandpalais war von den Fanzosen besetzt, es war schmutzig und
verkommen. Sie mußte in zwei dunklen Zimmern wohnen.
Ihre Mutter, die eben keine Deutsche war,- so konnte man sich damals
nur so ihre Begeisterung für Napoléon erklären- bewunderte
Napoléon und wollte nach Paris. Das Mißverständnis zwischen
den beiden wuchs deswegen immer mehr.
Gustav Partey, ein Freund der Familie erzählte:
« En 1806, quand je commencai à fréquenter la maison
de Courlande, elle avait 13 ans et était d’une merveilleuse beauté.
Lorsqueje lus plus tard le « Wilhelm Meister», je remarquai que
l’image que je me faisais de Mignon était celle de Dorothée.
On pensait d’abord que ses yeux sombres et impénétrables étaient
bruns, mais ils étaient d’un bleu intensif. Le front et le nez étaient
d’une perfection grecque, le nez peut-être trop long, la lèvre
supérieure d’une coupe vraiment classique, l’ovale du visage du dessin
le plus fin. Elle portait ses cheveux noirs de soie simplement divisés
en une raie et avecun nœud derriere la tête. L’expression de son visage
était habituellement très sérieuse, mais j’entends encore
son rire clair, ce rire argenté qui lui est resté jusqu’à
sa vieillesse. » Gustav Partey (Souvenirs) 1807
1807 war Talleyrand mit Napoléon nach Warschau gefahren, er hatte
Batowski und Vitrolles, einen Emigranten, getroffen, die ihm von Dorothée
von Kurland gesprochen hatten, eine „mine du Pérou“, hatten sie gesagt.
Talleyrand, der für seinen Neffen Edmond eine reiche Frau suchte, war
hellhörig geworden. Aber er brauchte Hilfe, um dieses Projekt zu verwirklichen.
Er schrieb:
« J'avais souvent entendu parler en Allemagne et en Pologne de la
duchesse de Courlande...La plus jeune de ses filles était à
marier. Ce choix ne pouvait que plaire a Napoléon. Il ne lui enlevait
point un parti pour ses généraux qui auraient été
refusés, et il devait même flatter la vanité qu'il mettait
à attirer en France les grandes familles étrangères.
Je résolus donc de demander pour mon neveu la princesse Dorothée
de Courlande et, pour que Napoléon ne pût revenir, par réflexion
ou par caprice, sur une approbation donnée, je sollicitai de l'Empereur
Alexandre, ami particulier de la duchesse de Courlande, de demander lui-même
à celle-ci la main de sa fille pour mon neveu. » Talleyrand,
(Mémoires, Paris 1891-92)
Diese Hilfe fand er in der Person von Alexander von Russland. 1808 traf er
den Zar in Erfurt und verriet Napoléon, indem er ihm von dessen geheimen
Plänen erzählte. So fühlte sich Alexander Talleyrand
gegenüber verpflichtet, ihm zu helfen und ein Wort bei der Herzogin
von Kurland einzulegen, um die Hand ihrer Tochter für Talleyrands
Neffen zu werben. Sie erhielt ja ihr Einkommen von dem russischen Hof, Alexander
war ihr Lehnsherr und sie konnte sich nicht erlauben, ihm zu mißfallen.
Der Zar besuchte die Herzogin in ihrem Landhaus in Sachsen–Altenburg,
begleitet von Edmond de Talleyrand, den Dorothée nicht einmal bemerkte.
Auf die Bitte des Zaren konnte die Mutter nur einwilligen. Aber sie
mußte ihre Tochter für diese Heirat gewinnen. Zu dieser Zeit gab
es viele Männer in Löbichau, die sich um die Hand der schönen,
reichen Erbin bewarben, aber sie blieb kühl. drei Sommer in Löbichau
Für die Mutter war es ein schweres Unterfangen, Dorothée war
zu dieser Zeit in den Fürsten Adam Czartoryski verliebt, der sich
aber nicht sehen ließ, weil seine Mutter gegen diese Heirat war. Er
zögerte zu lange, und es war zu spät. Dorothée hasste die
Franzosen, so wie ihre Schwestern und ihre Tante Elisa von der Recke, die
ebenfalls anwesend waren und sich gegen dieses Projekt sträubten. Aber
mit fünfzehn Jahren kann man ja die Meinung leicht ändern, dachte
die Mutter, die nichts anderes im Kopf hatte als nach Paris umzuziehen
und dem Zaren zu gefallen.
Dorothée und Fräulein Hoffmann reisten dann nach Berlin zurück.
Im Februar 1809 wurde sie nach Löbichau gerufen, auf dem Weg traf
sie in Altenburg den schwerkranken Piattoli, der ihr erklärte, an eine
Heirat mit Adam sei nicht mehr zu denken, da er andere Pläne hätte.
In Löbichau angekommen, Löbichau
la bonne auberge de l’Europe hörte sie von einem polnischen
Gast von der Verlobung des Fürsten Adam. Das war eine Lüge, die
die Mutter in die Welt gesetzt hatte.
Edmond war da, sie sprach mit ihm, erklärte ihm, daß sie
dem mütterlichen Wunsch folge, er sei ihr allerdings gleichgültig,
aber nicht zuwider. Nur möge er ihren Schmerz, Vaterland und Freunde
verlassen zu müssen, begreifen. „Aber gewiß“, antwortete Edmond,
„ich heirate auch nur auf Wunsch meines Onkels, denn in meinem Alter zieht
man das Junggesellenleben vor“.
„Mir erschien die Zukunft unbegreiflich“, sagte Dorothée.
So wurde die Hochzeit schnell entschieden und vorbereitet.
Sie fand am 21.April 1809 in Frankfurt am Main statt, vom Fürstprima
Dalberg, einem Freund Talleyrands und der Herzogin eingesegnet. Die
Schwestern, die gegen diese Ehe mit einem Franzosen waren, waren nicht anwesend,
Talleyrand auch nicht.
Die Gräfin
Edmond de Talleyrand –Périgord am Hof von Napoléon
1809-1814
Als Dorothée in Paris ankam, begleitet von ihrer Mutter, war sie noch nicht 16 Jahre alt und Talleyrand kannte das sechzenjährige Mädchen noch nicht, das er erworben hatte. Er fand sie zu mager, zu unreif, „wie eine getrocknete Pflaume“, und hatte viel mehr Interesse an der Mutter, die noch in ihrem Alter - sie war damals 48 - sehr schön war. Er war 55, bald wurde sie die schönste Frau seines Serails. Dorothée wohnte mit ihrer Mutter, mit der Frau Talleyrands, und ab und zu mit ihrem Gemahl zusammen, der aber sehr beschäftigt war, mit Napoléon Krieg zu führen. 1809 war er in Wien, feierte mit den schönen Wienerinnen und gab das Geld seiner reichen Frau aus. Er war ein leidenschaftlicher Spieler und ein Schürzenjäger.
Als Napoléon Marie-Louise heiratete, brauchte er Hofdamen für die neue Kaiserin, viele waren Ausländerinnen, Dorothée gehörte zu ihnen. Als Edmond vom Krieg zurückkam, wohnten sie in der rue Grange Batelière. Der Österreicher Clary von Aldringen sagte: « Tout le monde aime Mme de Périgord. Elle a l’air encore un peu pincée, une manière de parler qu’on pourrait croire affectée, eh bien elle vainc tout cela par sa gentillesse, sa bonne tenue, sa conduite … Ses yeux sont magnifiques et quand elle aura eu des enfants, elle sera une des plus jolies femmes de Paris. » (Comte Clary :Trois mois à Paris lors du mariage de Napoléon, Paris, 1914)
1811: Stendhal erzählte : » Belle foule. J'ai été très content, à la messe, de la figure de Mme la comtesse Edmond de Périgord (la fille de la duchesse de Courlande) elle avait une physionomie pure. Si je ne craignais pas d'être entraîné par mon goût actuel pour les femmes allemandes, j'expliquerais ces qualités parce qu'elle est Allemande » Stendhal ( Journal , Paris 1937 et correspondance, tome 6 , Paris 1933-34)
Narbonne, ein Vertrauter im Hause Talleyrands interessierte sich für Dorothée, er wollte sie beeindrucken, sie aber geriet in Verlegenheit, weil sie seine Komplimente nicht verstand. Dorothée erzählte : »Talleyrand me prit en pitié et dit „Tais-toi, Narbonne, Mme de Périgord est trop jeune pour te comprendre et trop allemande pour t'apprécier".Parler de ma jeunesse était une critique pour l’un, et parler de mon « allemanderie » une critique pour l’autre. Il y en avait donc pour chacun, mais même en me laissant arracher plume de mon aile, je sus gré à mon oncle de m’avoir délivrée de mon persécuteur. » (cité par F.de Bernardy , p.67)
Daß sie zu deutsch war, sollte sie häufig zu spüren bekommen...
Am 12. März 1811 brachte sie ihr erstes Kind zur Welt, Napoléon
Louis, der als Pate und Patin den Kaiser und die Kaiserin hatte. Dann folgte
Dorothée, 1812 und Alexander, 1813. Beide Söhne trugen den Namen
von den Kaisern, ihren Paten. 1812 hatte Edmond ein Regiment in Breschia bekommen,
er verließ seine Frau abermals, und das war das Ende ihres Ehelebens.
1812 verließ die Mutter Frankreich, um ihre Pension vom Zaren nicht
zu verlieren.
Talleyrand gab etwas mehr acht auf seine junge, allein zurückgelassene
Nichte, die sehr schnell verstanden hatte, daß der Onkel die
interessanteste Person in ihrer Umgebung war.
Dorothée schrieb: « Il y avait, sous la noblesse de ses traits,
la lenteur de ses mouvements, le sybaritisme de ses habitudes, un fond de
témérité audacieuse qui étincelait par moments,
révélait tout un ordre nouveau de facultés, et le rendait,
par le contraste même, une des plus originales et des plus attachantes
créatures. » Dorothée (correspondance)
Nach und nach waren sich die Ehegatten fremder denn je geworden:
Der Fall des Kaiserreiches, der Tod der kleinen Dorothée, die unsinnigen
Taten Edmonds berschleunigten ihre Trennung. Sie hatten nichts Gemeinsames,
„wie Feuer und Wasser“, sagte sie, Talleyrand bezeugte ihr viel Zuwendung
bei dem Tod der kleinen zweijährigen Tochter Dorothée und tröstete
sie; er dachte, daß ein Wechsel für sie gut wäre und beschloß,
sie nach Wien mitzunehmen.
1814 war das Jahr des Wandels für sie. Im März
kamen die Allierten nach Paris, Napoléon mußte abdanken, Talleyrand
siegte und wurde der wichtigste Mann in der Regierung. Louis XVIII kam aus
dem Exil zurück und Talleyrand wurde wieder Außenminister.
Die Alliierten beschlossen, in Wien einen Kongress einzuberufen. Frankreich
war eingeladen, eigentlich um zu sehen, wie seine jüngst eroberten Territorien
geteilt werden. Talleyrand, der die besiegte Macht vertrat, mußte für
Frankreich ehrwürdig auftreten, deshalb wählte er sorgfältig
seine Botschaft, das Palais Kaunitz, seinen Koch, Carême und
seine Hausdame, Dorothée, die seine Gäste würdig empfangen
sollte, aber nicht seine Frau, die er dafür nicht für gut genug
einschätzte. Außerdem kannte Dorothée viele der Akteure
des Kongresses, ihre Schwestern wohnten in Wien, Wilhelmine war Metternichs
Geliebte.
Talleyrand erzählte : »II me parut qu' il fallait faire revenir
la haute et influente société de Vienne des préventions
hostiles que la France impériale lui avait inspirées. Il était
nécessaire pour cela de lui rendre l'Ambassade de France agréable;
je demandais donc à ma nièce, Mme La comtesse Edmond de Périgord,
de vouloir bien m'accompagner et faire les honneurs de ma maison. Par son
esprit supérieur et par son tact, elle sut attirer et plaire, et me
fut fort utile. ( Talleyrand, Mémoires)
Für sie war diese Abwechslung ein sehr wichtiger Moment in ihrem Leben,
sie sah ein, daß sie nicht mehr bereit war, auf die Rückkehr ihres
Mannes zu warten und jedes Jahr ein Kind zu gebären von einem
Mann, den sie nicht liebte. Es war eine Art Befreiung von dieser unsinnigen
Ehe, und das verdankte sie Talleyrand, der diese Ehe gewollt hatte. Sie warf
sich in den Wirbel des Kongresses, der feierte, der tanzte, bei den Bällen
strahlten die Damen voller Diamanten. Die Alkoven und die Salons spielten
eine viel wichtigere Rolle als die Sitzungssäle. Es glich einem Karneval,
einer Kirmes, wo die vielen Teilnehmer nach den Schrecken des Krieges das
Leben wieder voll genießen wollten.
Metternich teilte mit Alexander von Russland die Gunst von zwei Mätressen,
der Bagration, „der russischen Andromeda“ und der Sagan, „der Kleopatra von
Kurland“, Dorothées Schwester, bei der Talleyrand sehr oft verweilte,
um alles über die Verhandlungen zu erfahren. Denn diese Damen wussten
über alles Bescheid. Friedrich von Genz, der vergebens um die Gunst
von Jeanne von Acerenza, der älteren Schwester von Dorothée geworben
hatte und eifersüchtig war, schrieb an Wessenberg:“ Er,( Metternich),
hört mich, wie gewöhnlich , kaum an. Die ganze Curländische
Huren-Gesippschaft war da, mithin für andere Menschen kein Sinn. M .
hat diese Weiber seit 8 Tagen in alle politischen Geheimnisse eingeweiht;
was sie wissen, ist unglaublich.“. (Gentz und Wessenberg, Briefe,
herausgegeben von Auguste Fournier, Wien-Leipzig 1907)
Der Engländer Steward wurde dann der Geliebte der Sagan, als Metternich
sich für die Fürstin Lievin interessierte . Die Polizeiberichte
des Baron Hager sehen aus wie der Klatsch der heutigen Bildzeitung. Dorothée
traf Adam Czartoryski wieder und erfuhr den Verrat ihrer Mutter, der sie
nie verzieh.
Talleyrand hatte Dorothée an seiner Seite und teilte ihr seine Pläne
mit, was die Politik anging. Er schätzt ihre Intelligenz und ihren Scharfsinn.
Er liess sie an seiner Arbeit teilhaben. Inzwischen übte sie sich weiter
in Sachen Verführen, Trauttmansdorf, dann der Major Clam gehörten
zu ihren Eroberungen. Die brave junge Ehefrau und Mutter wurde zu einer
“Mondäne.“ Später,1841, wird sie schreiben:
« C'est à Vienne que j'ai débuté dans la célébrité
fâcheuse, quoiqu' enivrante, qui me persécute bien plus qu'elle
ne me flatte. Je me suis prodigieusement amusée ici, j'y ai abondamment
pleuré; ma vie s' y est compliquée, j' y suis entré
dans les orages qui ont si longtemps grondé autour de moi. De
tout ce qui m'a tourné la tête, égarée, exaltée,
il ne reste plus personne. » Dorothée (Chronique)
Das Palais Kaunitz wurde „die“ Adresse in Wien, wo das Essen ausgezeichnet
war (Talleyrand ließ extra Brie aus Frankreich importieren), wo man
feierte und gut lebte, dank Talleyrand kam Frankreich gut aus dem Desaster
der Niederlage heraus.
5. März 1815: Napoléon ist aus Elba geflohen.
Am 25.März 1815 kam auch die Herzogin Anna-Dorothea von Kurland nach
Wien und mußte voller Eifersucht feststellen, daß ihre Tochter
ihren Platz im Herzen Talleyrands eingenommen hatte. Aber er brachte nie
seine Liaisons - er addierte - und war mit ihr weiterhin sehr charmant. Sie
hatte von ihm so schöne Briefe während des Kongresses bekommen!
Am 9. Juni 1815 endete der Kongress, und Dorothée fuhr nach Berlin
und Schlesien, Talleyrand fuhr nach Mons zu Louis XVIII, dann nach Paris,
wo seine Frau sich nicht mehr aufhielt, sie war nach London geflohen. Ende
Juli kam Dorothée nach Paris, begleitet von Clam, der sich mit Edmond
duellierte, die Pariser Gesellschaft spottete über dieses Ereignis.
Diese Zeit war ziemlich konfus, Talleyrand war in Dorothée hoffnungslos
veliebt, er fürchtete, daß sie nicht zurückkommen würde.
Als Talleyrand erfuhr, daß sie mit Clam nach Wien zurückgefahren
war, fiel er in einen Zustand der Niedergeschlagenheit und der Verzweiflung,
wie man es von einem Mann in seinem Alter nie erahnen könnte.
Remusat berichtet:“ Talleyrand était revenu de Vienne très
amoureux de sa nièce. C'était une passion éperdue, un
peu sénile qui le dominait, qui l'obsédait, qui le rendait
fou. » Charles de Rémusat (correspondance, Paris 1884-86)
Der Kanzler Pasquier bemerkte : » Il est difficile de croire
à moins de l’avoir vu, qu’à 60 ans passés, M. de Talleyrand
se livre a un sentiment dont l’ardeur l’a absorbé au point de lui laisser
aucune liberté d’esprit. Quand il put croire que la personne dont
la présence lui était si précieuse l’avait quitté
pour se fixer a Vienne, il tomba dans un abattement impossible à décrire,
au moral comme au physique » Chancelier Pasquier (Histoire de mon
temps, Paris 1893-95)
Das Leben
mit Charles Maurice de Talleyrand-Perigord
1816-1830
die schwierigen Jahre der Restauration
Im Februar 1816 kam sie doch wieder nach Paris zurück,
sie hatte sich für Talleyrand entschieden, mit dem sie eine wahre Geistesgemeinschaft
verband. Was war passiert ? Man weiß es nicht genau.
Im September gebar sie heimlich in Bourbon l’Archambault, einem Badeort in
der Auvergne, wo Talleyrand regelmäßig Kuren machte, eine Tochter,
Henriette Desalles, deren Vater vermutlich Clam war. Aber auch Talleyrand
ist nicht auszuschliessen, weil diese Henriette im hohen Alter eine
verblüffende Ähnlichkeit mit Talleyrand aufwies. Das Mädchen
bekam eine gute Erziehung und ein Startvermögen, das ihre edle Herkunft
verriet.
Dorothée verstand sich sehr gut mit ihrem Onkel, sie verband eine
wahre Seelenverwandtschaft. Talleyrand sagte : “ Sie sind keine
Deutsche mehr, sie verstehen alles ohne überflüssige Wörter.“
«On peut avec vous sauter à pieds joints sur les idées
intermédiaires, votre esprit n'est jamais enrayé, c'est par
là que vous avez cessé d'être Allemande. Vous l'êtes
restée dans toutes vos habitudes, excepté dans celles de l'esprit;
il n'a pas plus d' accent que votre langage ». Talleyrand (Correspondance)
Ab dieser Zeit lebten sie wie ein Paar und waren unzertrennlich, man weiß
von keiner anderen Liaison Talleyrands mehr. Sie war « son petit marsouin
» er war « son cher ange ». Talleyrand schrieb: «
Ce qu'on appelle des amis me parait bien insuffisant. C'est vous qui
resterez l’intérêt dominant de ma vie, d'abord par ce que vous
avez tout ce qui attache, et puis parce que je ne crains rien
dans vos pensées. Vous connaissez mes avantages et mes inconvénients;
vous avez tout mis en balance; le solde, le reliquat est en ma faveur. »
Die Restauration war eine schwierige Zeit für sie, denn die
Pariser Gesellschaft akzeptierte sie nicht, trotz ihrers Reichtums und ihres
Namens .
1826: « Il y a entre Paris et moi une brèche qui
ne se réparera peut-être jamais".
1835: " C'est toujours un grand évenement pour moi que de rentrer
dans Paris ou j'ai passé tant de mauvais moments: tout mon passé
se déroule devant moi, à mesure que je traverse ces rues,
ces places, qui me rappellent des souvenirs presque tous pénibles"
( Dorothée de Dino, chronique, Paris 1909)
Sie wohnte bei ihrem Onkel in der rue St. Florentin, nahe an der Place de
la Concorde, und ohne seinen Schutz wäre sie sehr unglücklich
gewesen. Sie war eine Fremde in einer sehr geschlossenen Gesellschaft, “ein
sehr schönes Schlangengesicht“, wie böse Zungen sagten. Obwohl
ihre Kinder Franzosen waren, hatten sich ihre Gefühle gegen die Franzosen
nicht geändert: Sie mochte die Franzosen nicht. Sie und Talleyrand reisten
viel, wohnten ab Ostern im Schloss Valençay, das Talleyrand
1803 gekauft hatte. Da war sie die Schlossherrin. Im Winter waren
sie wieder in Paris, wo Talleyrand prächtige Gastmähler veranstaltete.
Im Jahre 1817 bekam Talleyrand den Titel „Duc de Dino“ von dem König
von Neapel verliehen, als Dank für seine Dienste während des Wiener
Kongresses. Er konnte den Titel vererben, so wurde die Gräfin von Talleyrand
zur Herzogin von Dino, so ist sie in Frankreich bekannt geblieben.
Der Ehemann, Edmond gab weiter Geld aus, das er nicht hatte, deshalb
forderte sie Gütertrennung.
1820 brachte sie eine Tochter zur Welt, Pauline. Edmond war einige Zeit in
die rue St. Florentin zurückgekehrt, aber alle wunderten sich, sehr
wahrscheinlich war Talleyrand der Vater.
1824 liessen sie sich endgültig scheiden. Danach fuhr sie nach
Deutschland. Sie schrieb ihrem Freund Barante:
„Je pars desolée de m’en aller, de quitter mes enfants, mes amis,
et de laisser M. de Talleyrand fort seul... Adieu Monsieur, je rapporterai
de 1'Allemagne peut?être un peu de cette force que rend l’air natal,
mais bien plus certainement encore une disposition d'esprit et de coeur tout
à l'avantage de ma seconde patrie; imposée d'abord, je I'ai
adoptée depuis et ce n’est qu'ici que je veux chercher abri et repos.
» Dorothée de Dino (chronique )
Die Gesellschaft von Paris kritisierte sie sehr, aber sie lebte jenseits
dieser Epoche, und ihr schlechter Ruf war ihr egal. Sie verachtete
alle diese Bourgeois. Louis XVIII starb und Charles X kam auf den Thron.
Sie hasste Paris und fürchtete es zugleich.. Aber Talleyrand schützte
sie.
Ihre Mutter, Anna-Dorothée, letzte Herzogin von Kurland, starb
1821, Talleyrand war untröstlich und schrieb es an mehrere Freunde.
Zwischen 1821 und 1828 reiste sie in die Provence, nach Marseille und Nizza,
hatte mehrere Geliebte und brachte vermutlich zwei weitere uneheliche Töchter
zur Welt, Julie, 1825 in Toulon und Antonine, 1827 in Bordeaux.
1828 kaufte sie das Schloß Rochecotte, weil ihr Geliebter, Piscatory,
ein Schloss in der Nähe bewohnt (Heute ist es ein Hotel.) Es gehörte
ihr, sie war endlich bei sich zu Hause. Bis jetzt hatte sie immer bei
ihrem Onkel gewohnt.
« J’ai une vrai passion pour Rochecotte; d'abord, c'est à
moi, première raison, secondement, c'est la plus belle vue et le plus
beau pays du monde; enfin c'est un air qui me fait vivre légèrement
et puis, j'arrange, je retourne, j'embellis, j'approprie... j'ai pris la vie
de campagne à la lettre et vous ne serez pas étonné lorsque
je vous dirai que, sous la décence d'un devant de cheval, je parcours
ainsi le pays par quelque temps et quelque chemin qu 'il fasse »
Dorothée (correspondance)
Die Untüchtigkeit von Charles X führte zur Revolution von 1830,
zur Ankunft von Louis-Philippe und bedeutete die Rückkehr von Talleyrand
in die Politik. Edmond mußte nach England fliehen, weil er Schulden
gemacht hatte, wurde sogar ins Gefängnis geworfen. Der französische
Botschafter holte ihn heraus. Er ging nach Brüssel, aber diesmal weigerte
sich Talleyrand zu bezahlen, er hatte genug bezahlt, dachte er. Skandal in
der Familie. Der Herzog von Dino liess sich in Florenz nieder, lebte
von der Rente seiner Frau, und so verschwand er endgültig aus
Dorothées Leben. Er wird 1864 , in hohem Alter, wieder heiraten.
Talleyrand war gegen eine Republik, er schrieb es dem Herzog von Orléans,
der als König von Frankreich gewählt wurde, Louis-Philippe, der
Bürgerkönig.
Talleyrand wurde zum Botschafter in London ernannt, er war 76 Jahre alt,
sie war 37 Jahre alt.
"Ma nièce avait consenti à m'accompagner à Londres,
et je pouvais compter sur les ressources de son grand et charmant esprit,
aussi bien pour moi?même que pour nous concilier la société
anglaise si exclusive". Talleyrand ( Mémoires)
Sie freute sich, Frankreich zu verlassen, etwas Neues zu erleben. So konnte
sie auch mit Piscatory Schluß zu machen.
Sie wurden von der Londoner Gesellschaft sehr gut empfangen. Hier gab es
nicht diese Vorurteile wie in der Pariser Gesellschaft, die Engländer
waren toleranter. Sie wurden von Wellington, den sie vom Wiener Kongress kannten
, sehr herzlich empfangen.
Lady Grey, eine Engländerin, Mutter von 15 Kindern erzählte
: » J’aime beaucoup Mme de Dino, elle est toujours de bonne humeur
et de la plus agréable compagnie. Comme elle ne dit jamais rien qui
me froisse, pourquoi me soucierais-je des amants qu'on lui prête? Je
ne me fais pas gloire d'être différente d' elle, j'ai eu de
la chance, voilà tout. » (cité par F.de Bernardy)
Sie fühlte sich sehr wohl. Sie arbeitete eng mit ihrem Onkel zusammen,
war seine Sekretärin und übte großen Einfluß auf ihn
aus. In dem jungen Attaché Adolphe de Bacourt fand sie
einen neuen Freund, der ihr sein Leben lang treu bleiben wird und bei ihr
am Totenbett war.
Rémusat beschrieb sie so : 1832 " Dorothée de Courlande
avait alors 39 ans et était encore dans presque tout l'éclat
de sa beauté, qui n'avait jamais eu celui de la jeunesse. Elle etait
d'une taille moyenne, mais élégante, et son port et sa démarche
avaient une dignité gracieuse qui la faisaient paraitre plus
grande qu'elle n'était en effet. Ce qui illuminait son visage un peu
petit et terminé en pointe, c'étaient, au dessous d'un large
front cerné de cheveux
d'un noir de jais, d'incomparables yeux d'un gris bleu, armés de
longs cils entoures d‘ une teinte bistrée et dont le regard enflammé
et caressant avait toutes les expressions. Elle les clignait un peu , sa vue
était assez basse, et elle en augmentait ainsi la douceur, et cependant
la vivacité en était telle que lorsqu'on l’avait perdue de
vue on aurait juré qu'elle avait de grands yeux noirs comme du charbon.
La séduction de sa bouche et de ses yeux était extrême,
sans autre défaut que de trop ressembler à une séduction.
"(Correspondance Paris 1884-86)
Für sie waren es glückliche Jahre, sie war dort ohnehin eine
Ausländerin und als solche sehr wohl akzeptiert. Talleyrand führte
wie immer ein großes Haus, die Diners waren die besten in der Stadt,
die Empfänge prächtig und sehr begehrt, sie war gesellschaftlich
sehr angesehen. Sie blieben bis 1834 in London, Talleyrand war jetzt 80 geworden
. Sie drängte ihn, sein Abschiedsgesuch einzureichen. Sie schilderte
ihm die politischen Gründe, warum er das tun sollte. Sie sagte : “Déclarez-vous
vieux, pour qu’on ne vous trouve pas vieilli, dites noblement, simplement,
avant tout le monde: l’heure a sonné.»
Talleyrands letzte
Jahre und seine Aussöhnung mit der Kirche
1834-1838
Die politische Rolle, die Dorothée an der Seite
von Talleyrand in London spielte, erlaubte ihr, in Paris wieder Fuß
zu fassen. Sie brauchte diese Beziehungen, um ihre Tochter Pauline zu verheiraten.
Aber sie meinte illusionslos:
1835 „ Vous ne savez pas ce qu' est Paris, je suis en France depuis plus
de 20 ans, dans une position qui devrait faire croire que je suis au?dessus
des preventions; eh bien, je ne les ai point vaincues, je suis toujours considérée
comme une étrangère, et si parfois j'ai cru avoir pris racine,
on m'a vite prouvé que je me trompais. Pour tout le monde, et même
pour les personnes de la famille dans laquelle je suis entrée, je
suis une étrangère. » Dorothée (correspondance)
1836 ging die politische Karriere Talleyrands zu Ende. Er war 82, Dorothée
setzte alles daran, ihn mit der Kirche auszusöhnen. Ein Hindernis war
seine Heirat mit Catherine Grand, die erst 1835 starb. Nach ihrem Tode
gelang es Pauline und ihr, daß er sich mit der Kirche versöhnte
und eine “Lettre de rétractation“ unterschrieb.
Das war ohne Zweifel ihr Werk. „La conversion, vrai ou dissimulée
de M. de Talleyrand est sans contredit, l’oeuvre de Mme de Dino, elle en avait
chargé l’abbé Dupanloup et celui-ci fut l’intermédiaire
entre l’archevêque de Paris et le prince de Talleyrand » schrieb
Appony in seinen Memoiren.
Talleyrand hatte gesagt: „Wenn ich nicht mehr da sein werde, werde ich
Ihnen sehr fehlen.“
In seinem Testament hatte er geschrieben: « Je prie Mme de Dino
de recevoir ici mes plus tendres remerciements pour le bonheur dont elle
m'a fait jouir et que je reconnais lui devoir depuis 25 ans; je lui fais
mes plus tendres adieux. »
Er starb am 17. Mai 1838 in Paris und wurde im September in der Kapelle
von Valençay begraben.
Universalerbin und Testamentsvollstreckerin, erbte sie
das Hôtel rue St. Florentin, das sie schnell an den Baron de Rotschild
veräußerte. Dann fuhr sie nach Baden. Was hatte sie vor: in Frankreich
bleiben oder nach Deutschland zurückkehren?
1841: « la navigation du monde est la plus difficile, la plus
orageuse et je ne m’ y sens plus plus du tout propre ; je n'ai plus de pilote
et je ne sais, à moi seule, conduire ma barque; j'ai toujours peur
de me briser contre quelque écueil. Mes nombreuses experiences
ne m'ont pas rendues habiles, seulement elles m’ont mis en défiance
de moi?même, et cela ne suffit pas à faire une bonne traversée.
» Dorothée (correspondance)
Ihr ältester Sohn, Louis de Valencay hatte schon mit 18 Jahren,
1829 Alix de Montmorency geheiratet. Sie wollte jetzt ihre Tochter Pauline
verheiraten. Am 10.April 1839 heiratete sie Henri de Castellane.
Das Haus Castellane war schon lange sehr eng mit den Talleyrands verbunden
und wird es bleiben.
Ihr zweiter Sohn Alexandre de Dino heiratete im Oktober1839
Valentine de Sainte Aldegonde.
1839 starb ihre Schwester Wilhelmine von Sagan, 1840 fuhr sie mit ihrem
Sohn Louis über Köln nach Preußen, wo sie am Berliner Hofe
herzlichst empfangen wurde. Sie wohnte im Hôtel de Russie. Sie sprach
nicht mehr so sicher Deutsch und fühlte sich unwohl. War sie eine
Fremde im eigenen Land geworden?
Sie schrieb: » N’est-il pas singulier que je n’aie éprouvé
aucune émotion en rentrant dans cette ville oú je suis née,
et oú j’ai été en partie élevée ?J’ai
regardé avec la même curiosité qu’en passant par Cologne
ou Cassel et voilá tout. Je ne me sens pour rien cette partialité
patriotique que j’ai si longtemps éprouvé pourl’Allemagne.
Je me sens absolument étrangère aux choses, aux personnes ;
complètement déracinée, parlant la langue avec une certaine
hésitation, enfin, pas du tout at home ; plutôt mal à
l’aise, et honteuse de cette disposition. » (Dorothée de
Dino , Chronique, 26 mai 1840)
Daß sie entwurzelt war, ist sicher das größte Drama ihres
Lebens gewesen.
Dann fuhr sie nach Schlesien, verweilte in Güntersdorff, einem Schloss,
das ihr gehörte, und besuchte ihre anderen Besitztümer. Die Schwester
Pauline, die das Schloss geerbt hatte, und ihr Sohn Konstantin von Hohenzollern
hatten kein Interesse an Sagan und fingen an, Möbel und Kunstgegenstände
zu veräußern. Dorothée gelang es, den Wagen, in dem der
Herzog von Kurland nach Berlin gekommen war, wieder zu kaufen. Ihre Verwalter
wollten, daß sie in Deutschland bleibt, aber sie fürchtete sich
vor dem Winter.
Sie sagte: »La situation de grand seigneur est ici bien différente
de ce qu’elle est en France, mon fils en a la tête toute tournée.
» Sie selbst wohl auch...
Sie kehrte nach Frankreich zurück, kaufte ein Haus in der rue
de Lille Nr. 73 in Paris, eine gute Adresse, und ging nach Rochecotte zurück.
Friedrich Wilhelm lud sie nach Berlin ein und möchte, daß sie
in Preußen blieb. Sie fuhr im Mai 1841 wieder nach Berlin, wo sie sehr
freundlich empfangen wurde, und im Juni nach Wien, wo sie
ihre zwei Schwestern Pauline und Johanna wiedersah, die dort zusammen lebten.
Da gefiel es ihr aber nicht, die Leute sind zu familiär, sie küssen
und umarmen sie, nennen sie mit dem Vornamen Dorothée. So fuhr sie
wieder nach Paris und Rochecotte, sie verbrachte den Winter in
Nizza. Sie war dauernd unterwegs.
Sie dachte, sie würde doch in Frankreich bleiben, aber am 13.
Juli 1842 verunglückte ihr Freund, der Herzog von Orléans,
der Erbprinz, der sie sehr schätzte und sie am Hofe beschützte.
Für sie war es eine Katastrophe.
Sie flüchtete nach Rochecotte, jetzt war sie 50 geworden
und immer sehr schön und jung. Ihr Sohn hatte Valen?ay geerbt, sie beabsichtigte
mit ihren Kindern zwischen Rochecotte und Valen?ay zu wohnen, änderte
aber plötzlich ihre Pläne. Der Schriftsteller Mérimée,
der über alles sehr gut Bescheid wußte, erzählte, sie hätte
von der Homosexualität ihres Schwiegersohnes erfahren. Erschrocken
entfernte sie sich.
Im Mai 1843 fuhr sie nach Saarbrücken und Mannheim zu der Großherzogin Stefanie von Baden, geborene Bauharnais, dann nach Mainz und fuhr den Rhein hinunter bis Köln. Es war zu kalt in Deutschand, und die Gasthöfe ohne Fensterläden gefielen ihr nicht. In Magdeburg nahm sie den Zug nach Berlin, wo sie am 2. Juni ankam. Sie traf die Radziwills, eine vertraute Familie, weil Luise von Preussen–Radziwill ihre Patentante war. Sie fuhr weiter nach Sagan, besuchte den Prinzen von Pückler-Muskau in seinem Schloß und bewunderte seinen Garten. Ende Juli kam sie in Güntersdorf an, wo sie den Besuch eines Nachbarn bekam, den Prinzen von Lichnowsky. Ein Coup de foudre, Liebe auf den ersten Blick. Sie sah so jung und schön aus, dass er auch sich in sie veliebte. Er war so alt wie ihr ältester Sohn, deshalb sind alle Spuren von dieser Liaison im Archiv von den Erben entfernt worden.
Im Winter 1843-44 war sie mit ihm in Wien. Von da an blieb sie in Schlesien
und herrschte über viele Dörfer und Güter. Im April 1846 kaufte
sie von ihrem Neffen Konstantin von Hohenzollern-Hechingen das Schloss
Sagan, das er von seiner Mutter Pauline, die 1845 gestorben war, geerbt hatte.
Das Schloß Sagan
Le Château de Sagan.
Ein paar Worte über das Schloß: Peter von Kurland hatte das Fürstentum
1785 für 1 Million Gulden erworben, es war ein Thronlehen, jeder
Erbe mußte um die Erneuerung des Lehnsvertrages nachsuchen. Es hatte
Wallenstein gehört. Der Herzog liebte die Kunst und hatte
das Schloß mit Kunstwerken gefüllt. Es gab auch ein Theater. Es
gab viele Familienbilder, auch von Talleyrand, von Anna von Russland, kostbare
Möbelstücke, eine Waffensammlung, Porzellan, und vor dem
letzten Weltkrieg „Gesellschaftskleider“ der Herzogin.
Es hatte eine große Galerie und 130 Zimmer, eine Bibliothek und ein
Archivzimmer, wo viele Briefe der Freunde der Herzogin aufbewahrt wurden.
Auch eine Autografensammlung der Herzogin von Kurland , ihrer Mutter, war
da, Briefe von Napoléon, Beethoven, Bach, Goethe.
Ein Teil der Archive befindet sich jetzt in Zielona Gora (Grünberg),
aber die kostbaren Manuskripte sind 1945 verschwunden. Alle Kunstgegenstände
wurden von den Russen verschleppt, bevor sie das Schloss beschädigten.
Die Polen haben es rekonstruiert.
Die Erneuerung des Lehensvertrages wurde Dorothée 1846 von Friedrich
Wilhelm IV bestätigt. Dadurch wurde sie berechtigt, an den schlesischen
Provinzlandtagen teilzunehmen, ihr Sohn Louis später auch, was doch ziemlich
erstaunlich war, daß Talleyrands Nachfolgen mit über preussische
Gesetze bestimmten!
Sie hatte die Position einer Souveränin: 31 Quadratmeilen,
5 Städte, 171 Dörfer mit 8000 Seelen, zahlreiche Rittergüter
und eine Menge Pachthöfe. In der einen Stadt war jedem Haus eine Herrschaftssteuer
auferlegt, sie besaß die Patrimonialgerichtsbarkeit, die gustherrliche
Polizeigewalt, das Kirchenpatronat.
Ihre Regierung wurde für das Land ein Segen, sie ließ
das katholische Gymnasium erweitern, schickte junge Leute nach Berlin oder
Breslau, sich kunstgeweblich ausbilden zu lassen, ließ ein Krankenhaus,
das Dorotheenstift, und eine Kirche, die noch zu sehen sind, und ein Waisenhaus
errichten, gab den Leuten Arbeit. Alles wurde von Saganer Handwerkern gefertigt.
1845 legte sie den Park an, allein dafür wurden 150Arbeiter beschäftigt.
Die Stadt Sagan verschönte sich, es gab mehr Leben. Die preussischen
Fürsten besuchten sie in Sagan.
Lettre a Bacourt 1852: » J'aime Sagan, j' y ai traversé toute
une vie de l’âme, orages, luttes, secousses, j' y ai ensuite trouvé
calme, méditation, recueillement ... »
1845 fuhr sie nach Venedig.
Sie war schön, reich, kümmerte sich nicht um den Klatsch des preussischen
Provinzhofes, der nicht gern sah, daß sie eine politische Rolle spielen
wollte. War sie nicht eine Französin? Das war eben ihr Drama, überall
war sie eine Ausländerin. Aber wenn die Reichen sie kritisieren, war
sie unter den Armen sehr beliebt.
« Il n'y a pas d'amertume dons mes paroles; pour de la tristesse,
c'est autre chose! Comment n’en éprouverais- je pas la ? et ailleurs,
et et partout? J’ai eu un mari sans vie domestique, j'ai des enfants sans
vie materielle, j'ai quelques rares amis dont je suis séparée,
j'ai eu des guides et des protecteurs , ils ne sont plus sur la terre, ma
santé n’est plus ce qu'elle a été, mes souvenirs sont
souvent fort amers..J'ai fait en grand, en petit, en autrui et surtout en
moi-même les plus tristes expériences. Voila de quoi justifier
toutes les tristesses. » Dorothée (Chronique)
Als Inhaberin des Thronlehens Sagan nahm sie 1847 an dem Vereinigten Landtag
teil, hatte eine erbliche Stimme in der Herrenkurie, wo sie sich als Frau
allerdings vertreten lassen mußte. Sie übte einen Einfluß
auf einen großen Teil der Landtagsmitglieder aus. Sie war an der Begutachtung
der Petition des Fürsten von Lichnowski betreffend einer baldigen Revision
des gegenwärtigen Zolltarifs beteiligt, die Not der schlesisichen Weber
machte es nötig. Sie trat auch bei einer Petition des Fürsten
von Biron-Kurland wegen Abschaffung der Patrimonialgerichtsbarkeit bei, die
in der Revolution von 1848 äußerst heftig bekämpft wurde.
Als Mitglied eines alten Adelsgeschlechtes war sie im Grunde Gegnerin jeder
revolutionären Bewegung, sie sah mit Schrecken den Berliner Aufstand
vom März 1848, sie sah die Entwicklung Preußens in einen konstitutionnellen
Staat als die beste Lösung an und bedauerte das Zögern des Königs.
Sie stand in engem Kontakt mit König Friedrich-Wilhelm IV,
ihrem Jugendfreund, den die seltenen hohen geistigen Fähigkeiten der
Herzogin fesselten, besonders auf dem Gebiet der Kunst. Sie wurde in Sanssoucis
und in Berlin oft eingeladen. Reumont fasste kurz zusammen, was den König
an ihr fesselte: “Die Unterlage des deutschen Elementes, welches dem dominierenden
französischen gewissermaßen zur Folie diente, verlieh der Konversation
der Herzogin besonderen Reiz, er liebte die Konversation sehr.“ (Archiv)
1847. Sie reiste viel zwischen den zwei Ländern und schenkte Rochecotte
ihrer Tochter Pauline, die mit 27 Witwe wurde. Sie reiste oft in Europa,
sie hatte viele Beziehungen und geradezu eine europäische Stellung,
sowohl in Wien, in Dresden oder Venedig, in Paris oder Berlin. Überall
wurde sie ausgezeichnet empfangen.
Die Revolution
1848
Lichnowski wurde in Frankfurt vom Pöbel neidergemetzelt.
Ihr Schmerz war immens, sie hatte auf ihn in Sagan gewartet. In ihrem Gebetbuch
fand Marie von Bunsen in Sagan ein Totenbild von ihm, wo sie geschrieben
hatte: „Gott brächte ihn in Sicherheit, um ihn mir bald in der sichernahenden
Ewigkeit zurückzugeben.“
Sie nahm wieder ihren Briefwechsel mit ihrem alten Freund, Bacourt, dem
Botschaftsattaché von London auf und traf ihn in Baden wieder.
I854 blieb sie lange in Paris, Rochecotte und Valencay, fand vieles verändert.
Jetzt sind Napoléon III und sein Minister und Halbbruder Morny
an der Macht. Der Herzog von Morny war nämlich der uneheliche Sohn von
Charles de Flahaut und Hortense de Beauharnais und der Enkel von Talleyrand.
1855 beschloss sie, sich um die Zukunft ihrer Enkelin Marie de Castellane
zu kümmern, das heißt sie zu verheiraten. Sie kannte die Familie
Radziwill seit langer Zeit, und der älteste Sohn des Prinzen Radziwill,
Anton, war eine gute Partie.
Pauline und Marie kamen nach Berlin und Sagan und trafen die Radziwills. Marie
wollte aber ihre Heimat nicht verlassen. Sie machte die gleiche Erfahrung
wie ihre Großmutter, sie sagte doch zu und heiratete 1857 den preussischen
Fürsten Anton Radziwill. Es wurde eine glückliche Ehe. Marie von
Radziwill war eine wichtige Persönlichkeit am Berliner Hofe und
war die Herausgeberin der „Chronique“.
Wieder allein, besuchte Dorothée oft ihre Kinder
und Enkelkinder, die aber nicht nach Sagan reisen wollten. Im Grunde war
sie sehr einsam und melancholisch.
«Je suis un petit animal fort étrange; le médecin me
répète chaque jour que c'est un état nerveux, fantasque,
capricieux; ce qui est sûr, c'est que j'ai des entrains, des gaités,
des tristesses par accès, que je me gouverne fort mal ou plutôt
que mes nerfs me gouvernent. "
A Barante: " Vous n’avez pas comme moi, une bile noire qui rembrunit toutes
choses, serre le coeur, attriste la pensée, effraie pour l' avenir,
dépouille le présent et ternit le passé. »
(Dorothée, Chronique)
Jetzt war sie eine sechzigjährige Dame. Oft wurde sie „die interessante
Herzogin“ genannt, die in prachvollen Equipagen durch Berlin fuhr.
1858 eilte sie nach Frankreich, weil ihre Tochter krank wurde. Sie traf ihre
alten Freunde wieder und Guizot sagte 1858 :
»Encore belle á 65 ans. Les mêmes yeux, la même
taille, toujours Circé. Et le même esprit, toujours grand, libre,
ferme, souple, sympathique. Guizot (Lettres à sa famille, Paris
1884)
Mit Wilhelm, dem zukünftigen Kaiser, unterhielt sie sich über
Politik: “Le prince de Prusse m’a fait une longue visite, il m’a beaucoup
parlé de l’état du pays et des difficultés du gouvernement».
(Chronique)
Mit Bacourt arbeitete sie an den Memoiren Talleyrands.
Im Juni 1861 kam sie bei heftigem Gewitter von Güntersdorf nach Sagan,
ihr Wagen kippte in einen Graben. Seitdem war sie schwer krank. Seit 1850
lebte sie in Gesellschaft einer Kurländerin, Frau von Bodelschwing, die
ihr beistand. Bacourt verbrachte den Winter mit ihr, sie übergab
ihm die Schriften Talleyrands. Ihre Söhne kamen. Bacourt war auch da.
Sie starb am 19. September 1862 im Alter von 69 Jahren und wurde in der
Kreuzkirche in Sagan begraben.
Zum Schluß zitiere ich Marie von Bunsen:
“Die Herzogin von Sagan ist eine vergangene Gestalt einer erloschenen Kultur.
Die hochgezüchtete, abstandwahrende Vornehmheit widerspricht unserer
Zeit. Doch ist dieses Frauenleben eine Wirklichkeit gewesen und besitzt
als solches Wert. Die Herzogin war mit manchen Schwächen behaftet. Sie
besaß jedoch Liebenswürdigkeit und Geist, adlige Haltung und Schönheit.
Sie war eine ungewöhnliche Frau...“
Mich hat ihr deutsch-französisches Schicksal, ihre Intelligenz und
ihre Fähigkeit, das Leben trotz allem zu genießen, fasziniert.
Die Männer bewunderten sie für ihre Schönheit, die Frauen beneideten
sie, weil sie reich und unabhängig war. Sie war sehr allein, hatte keine
Frauen als Freundinnen. Trotzdem war sie mit allen Prominenten ihrer
Zeit in Verbindung und ihre Korrespondenz umfasste 18000 Briefe, die heute
leider verschollen sind. Als Verfasserin der“ Chronique“ und der „Souvenirs“
ist sie auch eine interessante Schifstellerin, die über die Zeit berichtet.
Sie war ihrer Zeit und Epoche weit voraus, kümmerte sich nicht um ihren
Ruf und um den Klatsch der Bourgeois. Insofern war sie für ihre
Epoche eine sehr emanzipierte Frau. Vor allem ist sie über den Tod hinaus
unzertrennlich gewesen von Charles Maurice de Talleyrand-Périgord.
Texte basé sur la conférence tenue en
avril 2001 à la société Franco-Allemande de Bielefeld,
Guetersloh et Paderborn par Françoise Aubret-Ehnert,
L’auteur remercie vivement M. André Beau, président de l’association
« Les amis de Talleyrand » pour ses conseils et ses corrections,
et M.Pierre Guimbretière, secrétaire de l’association, pour
ses encouragements.
Werke der Herzogin von Dino Sagan
Articles sur le site , voir en particulier :
Aussagen von Zeugen der Zeit über die Herzogin von Dino-Sagan
Goethe
Immer selbst anmutig , von anmutiger Umgebung
Gustav Partey (Souvenirs) 1807
Sie war im Jahre 1806, als ich anfing in das herzogliche Haus zu kommen, dreizehn
Jahre alt und von wunderbarer Schönheit. Als ich später Wilhelm
Meister las, bemerkte ich, daß das Bild, das ich mir von Mignon machte,
der Prinzessin Dorothea glich. Ihre dunklen, unergründlichen Augen hielt
man anfangs für braun ,sie waren aber von einem intensiven blau; Stirn
und Nasenwurzel war von vollendeter griechischer Reinheit, die Nase selbst
vielleicht etwas zu lang, die Oberlippe von wahrhaft klassischem Schnitt,
das Oval des Gesichts von feinster Zeichnung. Ihr schwarzes seidenes Haar
trug sie einfach gescheitelt und hinten in einen Knoten geschürzt.- Der
Ausdruck ihres Gesichts war gewöhnlich sehr ernst, aber noch höre
ich ihr helles herzliches Lachen, dieses silberne Lachen aber ist ihr bis
in das Alter treu geblieben.
En 1806, quand je commençai à fréquenter la maison de Courlande, elle avait 13 ans et était d’une merveilleuse beauté. Lorsque je lus plus tard le « Wilhelm Meister», je remarquai que l’image que je me faisais de Mignon était celle de Dorothée. On pensait d’abord que ses yeux sombres et impénétrables étaient bruns, mais ils étaient d’un bleu intense. Le front et le nez étaient d’une perfection grecque, le nez peut-être trop long, la lèvre supérieure d’une coupe vraiment classique, l’ovale du visage du dessin le plus fin. Elle portait ses cheveux noirs de soie simplement divisés en une raie et avec un nœud derrière la tête .L’expression de son visage était habituellement très sérieuse, mais j’entends encore son rire clair, ce rire argenté qui lui est resté jusqu’à sa vieillesse.
Clary: 1809
Mme Edmond de Périgord a vraiment un succès étonnant quand on pense aux préventions qui devraient nécessairement exister contre elle. Tout le monde l’aime et la loue, elle a encore l’air un peu pincée, une manière de parler qu’on pourrait croire affectée, eh bien ! elle vainc tout cela par sa gentillesse, sa bonne tenue, sa conduite. Ses yeux sont magnifiques et dans quatre ou cinq ans, après qu’elle aura eu des enfants, ce sera une des plus jolies femmes de Paris. Elle est extrêmement raisonnable pour 16 ans, aime à s’occuper et a autant d’ordre dans sa maison que son mari en a peu. Au fond, je lui crois plus de tête que d’esprit. M. de Talleyrand la traite bien, mais ne l’aime pas, parce qu’il n’aime personne.
Comte Rudolf Appony 1811 ( Journal Paris 1913)
Plus gentille et plus aimable que jamais
Emilie von Binzer 1815 (Trois étés à Löbichau 1877)
Ich selber habe noch eine dunkle Erinnerung von ihr in dieser Zeit, wo sie genau genommen erst zwölf Jahre alt war, denn sie wurde 1793 geboren. Während des Wiener Kongresses sah ich sie wieder als Gräfin Périgord, einundzwanzig Jahre alt und wieder entzückend schön. Sie war nicht groß, mager und braun wie eine Hindu, mit den“unergründlichen, großen Augen“ von ehedem, deren Farbe sich aber verändert haben mußte, was nicht selten ist, sie waren, als ich sie sah, von hellem haselnußbraun, nur ein schmaler Rand der Pupille lief dunkelblau, was ihnen die wechselnde Schattierung gab. Die Wimpern waren so lang, daß sie in die Brauen reichten, wenn sie sie in die Höhe schlug. Der Ausdruck wechselte immerwährend, manchmal, wenn sie in eine heftige Aufregung geriet, sah man das weiße rings um die Pupille, dann glich sie einer schönen Furie, aber gewöhnlich glänzten sie unter ihrem tiefen Schatten zauberhaft hervor, bald zärtlich, bald klug, wie sie wollte; die Magerkeit fiel bei ihrer Jugend nicht auf ,in späteren Jahren füllten sich die Formen. Sie wurde auch viel weißer, und der Charakter ihrer Schönheit änderte sich, ohne daß dieselbe darunter litt. Zu den oben erwähnten wundervollen Zügen gesellten sich noch prachtvolle Zähne, die bis zu ihrem Tode, im siebzigsten Jahre im frischen Zahnfleisch eines zwanzigjährigen Mädchens prangten.Wie man aber dem Pfau nachsagt, daß er ungern auf seine Füße sieht, so ging es ihr mit ihren Händen; sie waren nicht schön, und sie selbst fand sie noch häßlicher als andere und bedeckte sie gern mit Handschuhen oder Halbhandschuhen; auch ihre Mutter hatte bei weitem die vollendete Form der Hand nicht, die zwei ihrer Töchter vom Vater geerbt hatten. Mit solcher Schönheit war die junge Prinzessin ausgestattet; außerdem war sie eine der reichsten Erbinnen...
Elle n’était pas grande, maigre et brune comme une hindoue, avec les grands yeux impénétrables d’alors dont la couleur avait dû changer, car ils étaient, quand je la vis, d’un brun noisette, seul un bord bleu entourait la pupille, ce qui donnait ce chatoiement. Les cils étaient si longs qu’il atteignaient les sourcils quand elle levait le regard, son expression changeait sans cesse, parfois quand elle s’énervait on voyait le blanc des pupilles et elle avait l’air d’une belle furie, mais habituellement ils brillaient de façon charmante, tantôt tendrement, tantôt sagement, comme elle voulait ; jeune, on ne remarquait pas sa maigreur, dans les années suivantes, elle prit des formes et devint aussi plus blanche et le caractère de sa beauté changea sans qu’elle en fût altérée. De plus, elle avait de magnifiques dents qu’elle conserva jusqu’à sa mort. Mais comme on dit du paon qu’il n’aime pas être sur ses pieds, elle n’avait pas de belles mains, elle trouvait elle-même qu’elles étaient plus vilaines que d’autres et les cachait avec des gants ou des mitaines. Sa mère n’avait pas non plus la main aussi parfaite que deux de ses filles qui avaient hérité du père … Elle était d’une telle beauté ! De plus , elle était une des plus riches héritières.
Rémusat: 1815
Elle ne s’était pas beaucoup remplumée, mais cependant , elle avait plus de consistance et plus grand air, une démarche leste et noble, une figure d’oiseau de proie. Son teint était toujours brun et jaune, ses yeux , entourés d’un cercle foncé, étaient d’un bleu assez clair et si brillants qu’on les croyait du plus beau noir. Son nez finement dessiné dans sa proéminence dominatrice, deux plaques de vermillon sur chaque joue lui aurait donné l’air dur, si un regard d’une douceur veloutée et un parler lent et caressant n’eussent interrompu l’expression hardie et hautaine de sa physionomie par l’expression la plus opposée.
1814, à Vienne, Rapport de police. Comte La Garde Chambonas : (Leipzig 1843)
La comtesse de Périgord faisait les honneurs chez le prince avec une grâce ravissante. Son esprit brillant et enjoué tempérait de temps en temps la gravité des matières politiques qui envahissaient la conversation. Sa démarche, ses gestes, son attitude, le son de sa voix forment un ensemble enchanteur. Elle a sur la figure et dans toute sa personne un charme irrésistible sans lequel la beauté la plus parfaite est sans pouvoir. C’est une fleur qui semble ignorer le parfum qu’elle exhale.
Friedrich von Gentz 1815 : (Journal, Leipzig 1861)
Aussi remarquable par la subtilité de son esprit que par la dépravation de son cœur, cette femme a été pour moi un objet d’étude et d’amusement.
Villemain
La comtesse de Périgord, par sa beauté, le charme impérieux de sa physionomie, le feu du midi mêlé en elle à la grâce altière du Nord, l’éclat inexprimable de ses yeux, la perfection de ses traits aquilins, la dignité de son front encadré de ses beaux cheveux noirs était une des personnes le plus naturellement destinée à faire les honneurs d’un palais et à embellir la fête. .
Talleyrand :
Dorothée fait bien tout ce qu’elle essaie de faire. Si elle avait vécu au temps de la Fronde, elle aurait été une femme historique. Ma nièce avait consenti à m’accompagner à Londres et je pouvais compter sur les ressources de son grand et charmant esprit, aussi bien pour moi-même que pour nous concilier la société anglaise si exclusive et dont elle ne tarda pas, comme je l’avais prévu, à conquérir la bienveillance.
Sosthène de La Rochefoucauld
Bras droit d’un vieillard, elle a su, tant qu’il a vécu, dissimuler sa propre importance et son ambition personnelle, sa vie s’était pour ainsi dire fondue dans celle d’un autre.
Tenant beaucoup à être bien avec tout le monde, elle ferme les yeux et les oreilles plutôt que de voir ou d’entendre ce qu’elle ne saurait approuver et ceux-là même qui, loin d’elle blâment son extrême condescendance, sont désarmés par sa présence. C’est du reste, un type d’élégance et de distinction que cette femme supérieure en toute chose. J’ignore si son indulgence est plus ou moins calculée, mais jamais on n’a cité d’elle un mot malicieux, et j’incline à croire qu’il y a moins de prudence encore que de bonté dans sa discrétion, car son caractère est aussi noble qu’il est généreux.
Vitrolles (Mémoire et relations politiques, Paris 1884)
Elle avait sur Talleyrand les droits d’un esprit fort et ferme en ses desseins, sa facile et haute compréhension se prêtait à tous les sujets, elle aidait M. de Talleyrand à penser et le forçait à préciser et compléter ses idées qui, sans elle, seraient restées vagues et vaines. Enfin souvent, elle l’inspirait. Son esprit marchait à grands pas et pour comprendre, il lui fallait moins de paroles qu’à toute autre. Elle saisit cette idée avec son regard d’aigle, sans la discuter, sans l’approuver. Elle me demanda d’en parler à Talleyrand. se réservant ensuite de l’appuyer auprès de lui.
Molé 1822
Femme étonnante et point de son temps. Demi-confiance. Ses rapports avec Talleyrand, son dévouement pour lui, les devoirs et la conscience qu’elle s’est faits. Le jugement qu’elle porte de Talleyrand et de ses Mémoires. Elle a fait ce qu’elle a pu pour qu’il ne mentît pas et au contraire confessât tout de très haut. Elle a écrit un récit de sa propre vie où elle avait fort à rougir ...
Mme de Boigne (Journal) 1829
Quelques années avant, dans un moment de vacances du cœur, poussée par l’ennui, le désœuvrement et peut-être par un peu de rouerie, Mme de Dino s’était amusée à tourner la tête de l’archevêque, Mgr de Quélen ; il en était devenu passionnément amoureux. On dit qu’une perfide amie de la duchesse l’éclaira sur l’espièglerie dont il était dupe et lui fournit des preuves qu’il était joué, avant qu’il eût complètement succombé. Il porta ses remords au pied des autels.
Mme de Mirabeau , fille de Mme de Gonneville, sœur de Bacourt 1836
Mme de Dino était encore très belle, elle portait une robe en tulle brodé doublé de taffetas bleu ciel, et sur un chapeau de paille de riz des marabouts légers comme des nuages s’agitaient doucement. Ses yeux noirs, un peu trop bistrés, paraissaient d’une grandeur invraisemblable. Elle les fermait souvent en parlant durant l’espace de quelques secondes. Sa physionomie était mobile et expressive, elle avait cette amabilité facile, exubérante, affectueuse qui ne fut à la mode que vingt ans plus tard, sous le Second Empire, mais qui chez elle, n’altérait en rien un air de distinction suprême.
La princesse de Lievin 1843
La duchesse de Talleyrand est, ici, tellement belle et jeune que c’est fabuleux.
Vernhagen (Tagebücher) 1846
Le roi est tout à fait engoué de la duchesse de Sagan, de son train princier, de son faste et de son élégance. Il s’est de nouveau invité chez elle pour chasser.
Meyendorff 1846
Sa majesté a passé la plus grande partie de son temps seule avec la spirituelle duchesse et son jeune protégé, elle vit